42 Grad von Wolf Harlander

Spannend, aber etwas oberflächlich und hakelig

Erschienen im Juni 2020
ISBN: 978-3-499-00046-1
Paperback: 15 Euro

ebook: 9,99 Euro
Einzelband
 

Seiten: 528
Genre: Wissenschafts-Thriller

Verlag: rowohlt / Polaris
Sprache: Deutsch


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42grad
 

Inhalt
Deutschland freut sich über den neuen Jahrtausendsommer. Dauersonnenschein sorgt für volle Freibäder. Einzig Hydrologe Julius Denner und IT-Spezialistin Elsa Forsberg warnen davor, dass die Hitze sich kurzfristig verschärfen wird. Niemand nimmt sie ernst, bis die ersten Flüsse austrocknen, Waldbrände außer Kontrolle geraten und Atomkraftwerke vom Netz gehen müssen. In Berlin und Brüssel folgt Krisengipfel auf Krisengipfel. Überall in Europa machen sich Wasserflüchtlinge auf die Suche nach der wichtigsten Ressource der Welt. Während um sie herum die Zivilisation zusammenzubrechen droht, versuchen Julius und Elsa verzweifelt, die Katastrophe aufzuhalten – und geraten damit ins Fadenkreuz von Mächten, die ihre ganz eigenen Interessen verfolgen ...
Quelle: Verlag rowohlt

Verlagseite des Buches 

Meine Meinung: Eine meiner nicht geheimen Leidenschaften gilt den Thrillern mit wissenschaftlichen Themen. Ich interessiere mich total für Geschichten in denen es z.B. um Viren, ABC-Waffen und Umweltthemen geht. 42 Grad von Wolf Harlander passt da gerade recht in mein Beuteschema, hier geht es um die Verknappung von Wasser und die Folgen für Deutschland. Wochenlang herrschen Temperaturen von weit über 30 Grad und an den letzten Regen kann sich kaum jemand erinnern. Flüsse schrumpfen zu Rinnsale, aus den Leitungen kommt nur noch stundenweise Wasser und schließlich entbrennt ein Kampf um das begehrte Element. Die Preise für Trinkwasser schnellen in die Höhe, eiskalte Geschäftemacher wollen sich an der Not der Menschen bereichern und schließlich schieben sich Flüchtlingsströme verzweifelt in Richtung der letzten Vorräte. 

Von den ersten Seiten an weiß man als Leser, dass hinter dem Wassermangel mehr steckt als der bloße Klimawandel. Es geht um Umweltaktivisten, aber auch um die bösen Machenschaften von weit höherer Stelle. Die IT-Spezialistin Elsa Forsberg aus Kopenhagen und der Hydrologiestudent Julius Denner stoßen auf verwirrende und beängstigende Daten die darauf hin deuten, dass sich die Krise noch verschärfen wird. Doch als Elsa mit ihren Befürchtungen an die Öffentlichkeit geht, da ihr bei einer wichtigen, international tätigen Behörde für Notfallmaßnahmen niemand zu glauben scheint, landet sie auf einer europaweiten Fahndungsliste und muss untertauchen. Nur versteckt und mit Hilfe von Julius kann sie weiter ermitteln. Gleichzeitig reist der Wassertechniker Noah Luethy von einem Wasserwerk zum nächsten um Probleme mit dem Netz zu lösen. Dabei wird er fast zum Opfer eines Mordanschlags und kann im Gegensatz zu einigen Arbeitern in den Werken im letzten Moment gerettet werden. Bald kreuzen sich die Wege der Drei und gemeinsam versuchen sie das BKA bei ihren Untersuchungen zu unterstützen. 

Ein aktuelles Thema, der Klimawandel kombiniert mit dem Streben nach Macht und Gruppen von Umweltaktivisten. 42 Grad hat mich sehr an den Sommer 2018 denken lassen, in dem es monatelang sehr warm und vor allem trocken war. Wasser kam zwar genug aus den Leitungen, aber auch damals haben die Bauern um ihre Ernten gezittert, der Pegel der Flüsse ist gesunken und viele Menschen wurden Opfer der Hitze. Einen Schritt weiter geht Wolf Harlander, in seinem Buch sitzen die Menschen tatsächlich auf dem Trockenen und merken schnell, dass so etwas Selbstverständliches wie Wasser plötzlich zu einem kostbaren Gut wird. Dramatisch und beängstigend beschreibt er die Flüchtlingsströme in Richtung Süden, die Ablehnung der Menschen dort, die den Rest Wasser für sich beanspruchen, Aggressionen und Gewalt und vor allem die Verzweiflung einer Mutter, die irgendwie ihre kleinen Kinder retten möchte.

Unterhaltsam war dieses Szenario über weite Strecken, leider habe ich es aber auch immer wieder als oberflächlich und abgehackt empfunden. Die Figuren sind in meinen Augen dabei sehr flach geblieben und werden von einem Schauplatz in den nächsten geschmissen. Nach Beenden des Buches denke ich, dass der Inhalt dieser Geschichte gereicht hätte, um eine mindestens zehnteilige Serie daraus zu drehen. Vielleicht würde die Thematik in dem Format etwas besser funktionieren. 

Drei Punkte gibt es für Spannung und die Tatsache, dass ich auch als Laie jederzeit dem Geschehen und den Erklärungen folgen konnte. Zwei Punkte Abzug für die oberflächliche Abhandlung und das farblos bleiben der Protagonisten. 

3star



Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an
vorablesen logo
und
rowohlt verlag

Feuerland von Pascal Engman

Fesselnd mit bedrückender Thematik

Erschienen im Februar 2020
ISBN: 978-3-608-50439-2
Klappenbroschur: 17 Euro

ebook: 13,99 Euro
Einzelband
 

Seiten: 492
Genre: Thriller

Verlag: Klett-Cotta
Sprache: Deutsch
Übersetzer: Nike Karen Müller

Originaltitel: Eldslandet

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feuerland
 
Inhalt: Schweden: Vanessa Frank, Kriminalleiterin der Sonderkommission Nova, wurde betrunken am Steuer erwischt und vom Dienst suspendiert. Nicht das Einzige, was in ihrem Leben momentan schiefläuft. Doch anstatt einen Gang runterzuschalten, stürzt sie sich von ferne in neue Ermittlungen. Ein exklusiver Uhrenladen wurde ausgeraubt, aber keine einzige Uhr entwendet. Kurz darauf werden mehrere Geschäftsmänner entführt und nach Erpressung eines hohen Lösegeldes unversehrt wieder freigelassen. Außer ihrem dicken Bankkonto verbindet die Männer nichts miteinander. Und niemand von ihnen will auch nur ein Wort sagen. Was zunächst wie zwei seltsame Einzeltaten wirkt, entpuppt sich schon bald als brisanter Fall, der Vanessa Frank um den halben Erdball bis nach Chile jagt.
Quelle: Verlag Klett-Cotta

Verlagseite des Buches

Meine Meinung: Ein Thriller der meine Nerven an einigen Stellen sehr strapaziert hat und mir an die Nieren gegangen ist. Die Thematik ist nicht einfach und nichts für schwache Nerven. Was mit der Entführung einiger Geschäftsleute in Schweden anfängt, endet in dem Sumpf einer Kolonie in Chile, in der ein narzistischer, macht- und geldhungriger Patriarch Menschen auf´s Übelste benutzt. 

Ermittelt wird von Vanessa Frank, die wegen Alkohol am Steuer eigentlich suspendiert wurde, jedoch mit Hilfe des ehemaligen Elitesoldaten Nicolas Paredes eintaucht in ein abscheuliches Milieu, welches in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt. Vanessa und Nicolas sind interessante Persönlichkeiten, die ich im Laufe der Geschichte immer besser kennenlernen konnte. Beide sind weder aalglatt noch fehlerfrei, was sie jedoch umso interessanter und Lust auf weitere Fälle macht. 

Feuerland ist der Auftakt einer neuen Thriller-Reihe aus Schweden, der mich total fesseln konnte. Das Thema ist für mich schwierig, allein reisende Flüchtlingskinder sollen entführt und für Organhandel ausgebeutet und getötet werden. Dazu die Meinung des Anführers der Colonia Rhein Don Carlos, der das Leben eines reichen Menschen ganz selbstverständlich als wichtiger und wertvoller empfindet und der Gesellschaft doch einen Gefallen getan wird, wenn man so ein Leben erhält, indem man ein billiges Leben ohne Zukunftsaussichten dafür opfert. 

Mir hat Feuerland sehr gut gefallen und ich kann es jedem empfehlen, der auf spannende Thriller mit eckigen aber interessanten Ermittlern und aufwühlenden Themen steht. Dabei lässt es sich flüssig lesen und auch die verschiedenen Handlungsstränge und Personen bleiben überschaubar.

5star


 Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!
klett cotta und vorablesen logo

Der Weizen gedeiht im Süden von Erik D. Schulz

Beängstigend realistisch und sehr spannend

Erschienen im März 2020
ISBN: 978-3-862-82736-7
Paperback: 16 Euro 

Einzelband
 

Seiten: 420
Genre: Science-Fiction/Thriller

Verlag: acabus
Sprache: Deutsch

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der weizengedeihtimsueden
 
Inhalt: Ein Atomkrieg hat das Leben in der nördlichen Hemisphäre vernichtet. In einem hochtechnisierten Bunker in den Schweizer Alpen hoffen 300 Überlebende auf eine Zukunft. Doch Getreidepest und ein soziopathischer Killer nehmen dem Bunker die Lebensgrundlagen. Verzweifelt wagt Dr. Oliver Bertram zusammen mit seiner Tochter und einer kleinen Gruppe die gefährliche Flucht hinaus in den nuklearen Winter. Ihr Ziel ist Afrika, der einzige Ort, an dem menschenwürdiges Leben noch möglich scheint. Eine lange Reise durch einen lebensfeindlichen Kontinent liegt vor ihnen, die die Flüchtlinge nicht ohne Opfer hinter sich bringen können.
Quelle: Verlag acabus

Verlagseite des Buches

Meine Zusammenfassung: Düstere Endzeitstimmung im durch einen Atomkrieg zerstörten Europa. Oliver lebt seit einem halben Jahr gemeinsam mit seiner Tochter Annabel in einem Bunker in der Schweiz. Der Psychotherapeut kümmert sich hier um den Weizenanbau, da er auf dem Gebiet bereits Erfahrung im Sudan gemacht hat. Kurz nachdem der Technische Leiter für den Bereich der Wasseraufbereitung tödlich verunglückt findet Oliver heraus, dass das im Bunker gewonnene Trinkwasser mehr und mehr radioaktiv verseucht ist. Auch die Weizenernte ist von einem Pilz befallen, der den zu erwartenden Ertrag komplett zerstören wird. 

Eine kleine Gruppe findet sich zusammen, die den Ausstieg aus dem Bunker wagen wollen, auch wenn niemand genau sagen kann, was sie neben eisiger Kälte und radioaktivem Fallout an der Oberfläche erwarten wird. Nur eins ist ihnen klar, im Bunker werden sie auf Dauer verstrahlt, an Leukämie sterben oder verhungern. Doch der Leiter des Bunkers, der autoritäre Wiegele, will niemanden gehen lassen und allen ist klar, dass er sie notfalls mit dem Einsatz von Gewalt aufhalten wird.

Dennoch wagt es eine kleine Gruppe, bestehend aus mehreren Wachleuten, Oliver und seiner Tochter, den von Holtzendorffs, Annabels Freund Christian Simpkins mit seinen Eltern die Oberfläche zu erreichen. Sie schaffen es tatsächlich in die Freiheit, doch schon auf dem Weg dorthin verlieren sie den Vater von Carolin von Holtzendorff im Kugelhagel. Nun müssen sie einen Weg nach Davos finden. Bei Minus 25 Grad und hüfthohem Schnee kämpft sich die Gruppe zum Teil gesundheitlich angeschlagen, durch die vom Krieg zerstörte und völlig veränderte Schweiz in Richtung Süden. Auf ihrem Weg lauern viele Gefahren, die der Gruppe hart zusetzten und den letzten Rest Hoffnung auf ein neues Leben in Afrika zu nehmen scheinen. 

Meine Meinung: Von dem Autoren Erik D. Schulz habe ich bis zu dem Zeitpunkt, als mir sein Buch Der Weizen gedeiht im Süden als Rezensionsexemplar angeboten wurde, nichts gehört. Der Klappentext hat mich jedoch direkt angesprochen und neugierig gemacht, da ich Thriller mit dieser Thematik schon immer gerne gelesen habe. Ich kann vorweg sagen, dass ich es nicht bereut habe. Ich wurde sehr gut unterhalten, Spannung ist reichlich vorhanden, die Protagonisten wurden mir sehr nahe gebracht, so dass ich schnell Sympathie und Antipathie empfunden habe und auch die Beschreibung der Flucht in den Süden durch das zerstörte Europa konnte ich mir sehr realistisch vorstellen. 

Die Geschichte hat mich sehr nachdenklich gemacht, mal abgesehen davon, dass ein Atomkrieg nicht besonders abwegig erscheint, hat mich besonders die Situation der Flüchtlinge in Afrika aufgewühlt. Denn hier ist es umgekehrt, viele überlebende Europäer haben sich auf den schwarzen Kontinent gerettet, doch die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der dort lebenden Bevölkerung hat ihre Grenzen. Nachdem sie bereits viele Flüchtlinge aufgenommen haben, stehen sie Neuankömmlingen teils feindselig gegenüber und diese werden wenn, dann erstmal in riesige und trostlose Lager verfrachtet, in dem einzig und alleine die Hoffnungslosigkeit, jemals dieser Situation zu entkommen vorherrscht. Diese Parallele zur Situation der heutigen Geflüchteten aus Syrien und anderen Ländern lässt mich kaum los.

Der Weizen gedeiht im Süden ist ein Thriller mit viel Endzeitstimmung, Verzweiflung und Ausweglosigkeit. Und doch erhält sich die auf ihrer Flucht stark dezimierte Gruppe einen kleinen Funken Hoffnung. Oliver kämpft um die Zukunft seiner Tochter wie ein Löwe, was an mir als Leserin stark gerüttelt hat. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich empfehle es Fans dieses Genres gerne weiter. 

4star


 Vielen Dank an den

 acabus verlag

für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.

Zimtgebäck und Winterküsse von Colleen Wright

Sorgt für kuschelige (Vor-) Weihnachtsgefühle

Erschienen im Oktober 2019
ISBN: 978-3-492-31453-4
Taschenbuch: 10 Euro

ebook: 9,99 Euro
Einzelband
 

Seiten: 320
Genre: Gegenwartsliteratur

Verlag: Piper
Sprache: Deutsch
Übersetzer: Carina Schnell 

Originaltitel: The White Christmas Inn

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zimtgeback undwinterkuesse
 
InhaltKurz vor Weihnachten weht der eisige Winterwind die unterschiedlichsten Gäste ins Evergreen Inn. Da sind zum Beispiel die Kinderbuchautorin Molly, die ihre Schreibblockade überwinden muss, Marcus, ein attraktiver Witwer mit zwei zuckersüßen Töchtern und Hannah, die im Evergreen Inn ihren Freund heiraten will. Umgeben von Plätzchenduft und der Vorfreude auf die Hochzeit könnte es ein wunderschönes Weihnachten vor dem warmen Kamin werden, doch dann lässt Hannahs Freund die Verlobung in letzter Sekunde platzen. Die Karten werden neu gemischt, und so mancher Gast wird ein kleines Weihnachtswunder erleben …

Machen Sie es sich gemütlich, diese Weihnachtslektüre wird Sie verzaubern! Colleen Wright erzählt in ihrem winterlichen Liebesroman die herzerwärmenden Geschichten der verschiedenen Gäste eines kleinen Bed & Breakfast-Hotels im verschneiten Vermont, die alle eine zweite Chance auf Liebe bekommen. Die perfekte Wohlfühllektüre für kuschelige Wintertage vor dem Kamin.
Quelle: Verlag Piper

Verlagseite des Buches

Meine Zusammenfassung: Wenn ihr auf der Suche nach passender Lektüre für die (Vor-) Weihnachtszeit seid, ist dieses Buch bestimmt nicht die schlechteste Wahl. Es hat mir ein paar herzerwärmende Stunden beschert, die zwar etwas kitschig und gespickt mit einigen Klischees waren, mich aber dennoch in eine besinnliche Stimmung bringen konnten. Als Kulisse hat sich die Autorin Colleen Wright ein kleines Hotel in den Bergen von Vermont ausgesucht, welches mit viel Liebe zum Detail und zur guten Küche von Jeanne und ihrem Mann Tim betrieben wird. Die beiden haben das Haus vor einigen Jahren Iris abgekauft, die nach wie vor als gute Seele des Hotels dort arbeitet und lebt. 

Im Evergreen Inn stehen die Weihnachtsfeiertage bevor, alle Zimmer sind ausgebucht und es soll sogar eine Hochzeit stattfinden. Doch Jeanne und Tim sind nicht wirklich in weihnachtlicher Stimmung, seit einiger Zeit ist ihr kleines Hotel nicht mehr so gut gebucht, zu groß ist die Konkurrenz durch ein neues großes Luxus-Resort. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, werden sie das Evergreen Inn nach den Feiertagen schließen müssen. 

Angereist ist die Hochzeitsgesellschaft rund um die Braut Hannah, die Kinderbuch-Autorin Molly, die ihre Schreibblockade durch einen Tapetenwechsel überwinden will, und Marcus mit seinen süßen Töchtern, die den Tod der Ehefrau und Mutter verwinden müssen. Als ein Schneesturm aufzieht, der die Straßen vorübergehend unpassierbar macht, stranden noch weitere Gäste im kleinen Hotel, welches damit vollgestopft bis unters Dach ist. So kommt es, dass Molly sich ihr Dachapartment mit Marcus´ Töchtern teilt, was sie und Marcus einander näher bringt, die sitzengelassene Braut Hannah ausgerechnet jetzt auf ihren Freund aus Kindertagen trifft, und ein verschrobender Engländer für etwas Wirbel sorgt. Und schließlich sind da noch Jeanne und Tim, deren Sorgen um ihre Zukunft sie auseinander zu treiben scheint. Doch erstmal heißt es tatkräftig zupacken, schließlich müssen viele Gäste versorgt und die Feiertage trotz aller Widrigkeiten vorbereitet werden.

Meine Meinung: Eine zauberhafte und turbulente Geschichte, die mir etwas verfrüht Weihnachtsgefühle beschert hat. Für mich ist es das erste Buch der Autorin Colleen Wright, die mich mit ihrem lebhaften, lockeren und warmherzigen Schreibstil für sich einnehmen konnte. Beim Lesen hatte ich die Szenerie gespickt mit dem Duft von leckerem Gebäck und dekoriert mit Lichterketten vor Augen. Klare Empfehlung für alle, die in der Weihnachtszeit (oder davor und danach ;o)) gerne zur passenden Lektüre greifen um sich auf die Feiertage einzustimmen. 

4 5star


 Ein großes Dankeschön für dieses weihnachtliche Rezensionsexempar geht an die
netgalley
und dem Verlag
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Wann wird diese Hölle enden? von Mary Berg

Bedrückender Zeitzeugenbericht einer Jüdin aus dem Warschauer Ghetto

Erschienen im September 2019
ISBN: 978-3-280-05713-1
Hardcover: 23 Euro

Einzelband
 

Seiten: 342
Genre: Tagebuch / Biografie

Verlag: dtv
Sprache: Deutsch
Übersetzer: Maria Zettner

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mary berg
 
Inhalt: Das Tagebuch von Mary Berg wurde in Amerika vor Ende des Zweiten Weltkriegs veröffentlicht und war der erste Augenzeugenbericht über das Leben im Warschauer Ghetto. Es beschreibt eindringlich den vergeblichen Versuch, sich möglichst lange einen normalen Alltag aufrechtzuerhalten, in den aber nach und nach Hunger, Krankheit und Tod Einzug hielten. Es dokumentiert, wie die Nazis 1942 die »Große Aktion« starteten, die zur schrittweisen Auflösung des Ghettos führte, und wie die ersten Berichte über Deportationen ins Vernichtungslager Treblinka die zurückgebliebenen Bewohner erschütterten. Es schildert die Gewissenbisse von Mary Berg, die 1943, kurz vor dem blutigen Aufstand im Warschauer Ghetto, mit ihren Eltern und der jüngeren Schwester fliehen kann, aber Freunde und Familienangehörige zurücklassen muss.Mary Berg gelingt es, die 12 kleinen Notizblöcke 1944 nach Amerika zu schmuggeln. Ihr Tagebuch gewährt dem Leser einen zutiefst persönlichen Einblick in den Holocaust und die Schuldgefühle einer Überlebenden. Ein erschütterndes Zeitdokument – erstmals in deutschsprachiger Buchfassung.
Quelle: dtv Verlag

Verlagseite des Buches

Meine Meinung: Ein Thema welches mich interessiert und meiner Meinung nach nicht vergessen werden darf, besonders in der heutigen, teils beängstigenden Zeit. Das Tagebuch der Mary Berg erzählt von einem Mädchen kurz vor dem Erwachsen werden, welches zunächst privilegiert und glücklich in Polen lebt, und schließlich gemeinsam mit seiner Familie, Freunden und Nachbarn im Warschauer Ghetto landet. Mary feiert ihren 15. Geburtstag kurz vor dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges. Bisher konnte ihre jüdische Familie recht wohlhabend und unbehelligt leben, doch schon bald müssen sie vor den deutschen Soldaten fliehen und miterleben, wie viele von ihnen brutal ermordet werden, lange bevor Familie Berg schließlich im Warschauer Ghetto landet. 

Mary Berg berichtet vom "Alltag" im Ghetto, geprägt von Angst und Demütigung. Da ihre Mutter amerikanische Staatsbürgerin ist, bleiben sie vom Schlimmsten verschont und hoffen auf eine Ausreise. Doch auch wenn Mary, ihre Eltern und ihre jüngere Schwester vor dem Allerschlimmsten verschont bleiben, müssen sie mit ansehen, wie andere Juden im Ghetto zum Teil unwillkürlich ermordet, geschlagen und gedemütigt werden. 

Ein wichtiger Zeitzeugenbericht der mich immer wieder schlucken lassen hat. Auch wenn ich schon mehrere Bücher zu diesem düsteren Kapitel gelesen habe, bin ich immer wieder aufs Neue entsetzt, wie grausam die Nazis, aber auch viele andere Mitmenschen mit den Juden umgegangen sind. Nach wie vor ist mir diese große Zahl ermordeter Menschen unbegreiflich und noch unfassbarer der Grund für diese versuchte Auslöschung, denn den gibt es für mich einfach nicht. Es macht mir Angst wenn ich sehe, dass erneut Juden auf offener Straße bedrängt und angegangen werden, das Warum und Wofür will sich mir nicht erschließen. 

Wann wird diese Hölle enden, ein Titel der besser nicht zu diesem Buch passen könnte. Eine junge Frau erzählt aus ihrer Sicht von den Vorgängen im Warschauer Ghetto und das liest sich erschreckend, düster und unfassbar. Ich möchte dieses Buch nicht einteilen in super oder eher mittelmäßig, das klingt in diesem Zusammenhang verdammt makaber. Es war für mich einfach ein wichtiger und interessanter Einblick aus Sicht einer jungen Frau die dieser Hölle letztendlich entkommen konnte und uns in Form ihres Tagebuches daran teilhaben lässt. 

4star


Für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares bedanke ich mich herzlich bei
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